(Speaker = Sprecher) Pünktlich zum Herbstbeginn findet auch dieses Jahr wieder die Basta!-Entwicklerkonferenz statt (es müsste die 15te inzwischen sein, dies nachzuzählen ist ähnlich schwierig wie die wahre Versionsnummer von Windows 7 zu ermitteln - hätte man von Windows 1.0 beginnend eine vernünftige Zählweise beibehalten, wäre man inzwischen auch in etwa bei 15 angekommen). Das Programm steht bereits seit Wochen fest und macht auch einen thematisch sehr interessanten Eindruck. Wie üblich sind alle wichtigen Themen vertreten (und von den üblichen Experten der Branche dürfte kaum jemand fehlen, was für die Konferenz spricht). Mit Jeffrey Richter wurde sogar eine regelrechte Windows Entwickler-Legende für die Keynote gewonnen. Ich war als "Track Chair" für die inhaltliche Gestaltung der (beiden) Visual Basic Days vom 23. bis 24. zuständig, mein Dank an dieser Stelle für die Unterstützung durch Alex Bierhaus, Benjamin Gopp und Jörg Neumann, die mit ihren Vorträgen dem Ganzen Qualität und Praxis-Know-how verleihen (es ist außerdem sehr nett von den Veranstaltern, dass "wir" dieses Mal nicht zeitgleich zu den C# Days antreten müssen - man kann also zuerst dem 1. Teil es C# Day beiwohnen, feststellen, dass das alles nichts ist und dann beruhigt am nächsten Tag zur Kenntnis nehmen, dass es mit Visual Basic .NET eine hervorragende Alternative gibt ). Ich werde auf den Visual Basic Days am Mittwoch und Donnerstag folgende Vorträge halten: > Moderne Visual Basic-Programmierung In Visual Basic programmiert "man" nicht mehr so wie es früher (bis zur Version 6.0) der Fall war. Damit ist weniger der Umstand gemeint, dass mit .NET alles ein Objekt ist, sondern dass mit .NET 3.5 und VB 9.0 erste Ansätze einer funktionalen Herangehensweise erkennbar sind, dass mit LINQ eine vollkommen neue Art mit (beliebigen) Daten umzugehen zur Verfügung steht, und dass es praktisch Pflicht ist sich mit Themen wie Entwurfsmuster, Test-Verfahren (Stichwort: Unit-Testing) und was den Entwurf der Oberfläche angeht mit dem zentralen Modell View Controller Pattern (MVC) auszukennen. Auch wenn ein Vortrag über 75 Minuten keine seit Jahre schlummernden Defizite beheben kann, kann er ein paar Denkanstöße geben. Er soll vor allem das Bild der modernen Visual Basic-Programmierung zurecht rücken. Die Visual Basic-Programmierung ist kein "Biotop", in dem die Zeit stehen geblieben ist. Auch, oder vor allem, Visual Basic-Programmierer sollten das Potential, das Ihnen Sprache und Framework (nicht erst seit gestern) bieten, voll ausschöpfen. > Moderner Umgang mit XML System.Xml war gestern, seit .NET 3.5 gibt es mit System.Xml.Linq einen deutlich programmiererfreundlicheren Satz von Klassen für das Auswerten und Erstellen von XML-Dokumenten, der in Hinblick auf LINQ "optimiert" wurde. Zusätzlich bietet VB 2008 SP1 die Möglichkeit, aus einem beliebigen XML-Fragment eines oder mehrere Schema abzuleiten, so dass z.B. im Rahmen einer LINQ-Abfrage Intellisense angeboten werden kann. In dem Vortrag zeige ich, was die Klassen in System.Xml.Linq zu bieten haben und wie sich XML-Daten, die z.B. von irgend woher aus dem Web kommen können, elegant und typisiert weiterverarbeiten lassen. > Von Windows Forms nach WPF Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, spätestens seit .NET 3.5 SP1 (offiziell natürlich bereit seit .NET 3.0) steht für mich fest, dass WPF der rechtmäßige Nachfolger von Windows Forms ist. WPF bietet viele Vorteile und einen Nachteil: Es stellt ein komplett neues Programmiermodell dar, bei dem teilweise andere Regeln gelten als beim eher "gemütlichen" Windows Forms. Der Lern- und Einarbeitungsaufwand darf nicht unterschätzt werden (ein bekannter WPF-Experte sagte, dass es Jahre dauern kann bis das man alles verstanden hat). Dennoch, an WPF geht kein Weg vorbei. Früher ist daher besser als später, auch wenn die Versuchung groß ist, beim nächsten Projekt wieder auf das vertraute Windows Forms zu setzen (meine Windows Forms-Bücher habe ich vor ein paar Monaten recycelt - mein nächstes Visual Basic-Kompendium wird natürlich auf WPF aufsetzen). In meinem Vortrag stelle ich WPF Windows Forms gegenüber und gehe vor allem auf das wichtige Thema "Data Binding" ein. > VB 10 oder lieber gleich C#? (der Termin verschiebt sich möglicherweise noch) Visual Basic ist zwar besser als sein Ruf, aber eventuell liebäugelt doch mancher mit einem Wechsel zu C# (alleine, um sich von seinen Kollegen beim Mittagessen nicht immer dieselben Kommentare anhören zu müssen). C# ist leichter als sein Ruf und hat eindeutig seine Reize. In meinem Vortrag stelle ich beide Sprachen gegenüber und gebe einen kurzen Überblick über die Syntax, nicht ohne aber auf die Vorzüge von Visual Basic an passender Stelle hinzuweisen (falls sich jemand am Ende gar nicht entscheiden kann, es gibt sehr leistungsfähige Code-Konverter in beide Richtungen, z.B. in Sharp Develop, einer IDE, die ich sehr schätze und gegenüber den Express Editionen vorziehe). Neben meinen Vorträgen gibt es natürlich noch mit Sicherheit tolle Visual Basic-Vorträge von Alex Bierhaus, Benjamin Gopp, Jörg Neumann usw. (es kann durchaus sein, dass es weitere VB-Vorträge gibt, die aus welchen Gründen auch immer nicht bei den VB Days angesiedelt wurden). Alles Weitere zu den Vorträgen nicht nur der Visual Basic Days findet man im Zeitplaner der Konferenz. Es wird also wieder einmal einiges geboten auf der Basta! (das darf man schließlich auch erwarten). Eigentlich hatte ich noch gehofft, Daniel Walzenbach als Speaker gewinnen zu können (der in Redmond angeblich an einem "supergeheimen" Projekt arbeitet, dass die Welt der Visual Basic-Programmierung revolutionieren soll), doch Daniel hat sich nach seiner "Zusage" nicht mehr gemeldet (Daniel, wenn Du das hier liest, bitte melde Dich mal...;). Und da wäre noch... Als weiteres Highlight für Entwickler findet auch in diesem Jahr eine Microsoft PDC statt (vom 17. bis 19. November wie üblich im Los Angeles Convention Center, direkt neben dem Staples Center in Downtown L.A.), wobei ich mir im Moment aber noch nicht sicher bin, was ich davon halten soll. Nicht nur, dass die Konferenz mit 3 Tagen recht kurz ist (ok, es ist ein Pre-Conference-Day dabei, aber im Allgemeinen geht die Konferenz am letzten Tag nur bis zum Nachmittag), etwas mehr "Sorgen" bereitet mir die im Moment noch recht diffuse Themenzusammenstellung und der Umstand, dass es "außer" Azure 1.0 und "Silverlight 4" nicht viel Neues zu geben scheint (.NET 4 und VS 2010 sind im Herbst keine Neuigkeiten mehr, zumal sie schon auf der letzten PDC angekündigt wurden). Sollte bei Microsoft was die Technologie-Themen angeht im Moment ein wenig die Luft raus sein? Schlecht wäre eine solche "Pause" nicht, denn mit .NET 4 (Stichwort: Parallele Programmierung, WPF usw.) stehen genug Themen an, mit denen sich die Entwickler in den nächsten 1-2 Jahren intensiv beschäftigen müssen.
(noch ein paar Meter in die Arena, wo 70.000 auf den Auftritt von U2 warten) Ausnahmsweise ein Thema, das nichts mit Programmierung zu tun hat. Anlass ist das wirklich gigantische Konzert von U2 anlässlich ihrer aktuellen 360 Grad Tour, das diese Woche in Gelsenkirchen stattfand, und der Umstand, dass U2 öfter von Musikjournalisten als die "letzte große Rockband" bezeichnet werden (die Rolling Stones zählen nicht, da sie in ihrer eigenen Altersliga spielen), die die Stadien der Welt füllt, was aus meiner Sicht nicht ganz stimmt, da es da noch Bruce Springsteen mit seiner E-Street Band gibt. Auch wenn ein Vergleich Bruce vs Bono ähnlich seriös und sinnvoll ist, als würde man Beethoven mit Mozart vergleichen wollen, ist es trotzdem interessant Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Bands gegenüberzustellen, denn nach ihnen wird mit Sicherheit nichts mehr kommen, was ähnliche Dimensionen annimmt. Musikalisch liegt zwischen dem Karrierebeginn von Bruce (sein Debüt-Album Greetings from Ashbury Park erschien bereits 1973 - damals lag mein Musikgeschmack irgendwo zwischen Sweet, Suzi Quatro und Bata Illic - 1974 starteten Abba mit Waterloo ihre Karriere) und dem von U2 (das Debüt-Album Boy erschien 1980) zwar fast ein Jahrzehnt, doch gehen die Ursprünge beider Bands auf die 70er Jahre zurück. Die Musiker stammen aus dem Arbeitermillieu (einmal Dublin, einmal New Yersey), was aber für die damalige Zeit praktisch Voraussetzung war, überhaupt Musik machen zu wollen - von Level 42 einmal abgesehen. Beide Bands wurden zu Beginn ihrer großen Karriere in den 80ern mit Superlativen bedacht - "die Zukunft des Rockn' Roll" (Zitat vom Musikjournalist John Landau, das sowohl in Newswek als auch im Time Magazine nahezu zeitlich erschien, der kurz nach der Manager von Bruce Springsteen wurde) - und "the only band that matters" (das Musikmagazin Rolling Stone). Beide dominierten die 80er Jahre musikalisch und prägten sie musikalisch mit. Beide entwickelten sich in den 90er Jahren weiter (wenngleich Bruce mit der Devils & Dust Tour und vor allem mit der einzigartigen Seeger Session Tour deutlich experimentierfreudiger war, allerdings auch Anfang der 90er Jahre eine Art künstlerische Krise (fristlose Kündigung der E-Street-Band, Human Touch-Album mit gleichnamiger Tour, die viele Bruce-Fans nach wie vor zwanghaft verdrängen) durchlebte. Und beide sind 2009(also mehr als 30 Jahre später) immer noch auf dem Höhepunkt ihrer musikalischen Schaffenskraft und Kreativität und lassen (zum Glück) noch keine Ermüdungserscheinungen erkennen. Beide Bands verfügen über hervorragende Individualmusiker (etwa Nils Lofgren und Clarence Clemons in der E-Street-Band) und natürlich The Edge bei U2 ("even his mama calls him The Edge"), wobei bei Bruce Springsteen und der E-Street-Band er, der Boss, klar dominiert und seinen Musikern pro Konzert maximal ein kleines Solo lässt (etwa für Nils bei Because the night), während The Edge und Adam Clayton bei U2 stark stilprägend sind bzw. das musikalische Zentrum bilden. Nicht nur Bono ist politisch (hyper-) aktiv, wenngleich sich keiner gekonnter dabei in Szene setzen kann, auch Bruce wurde mit den 80er Jahren zu einem politisch denkenden Musiker (Engagement für die Food Bank in den USA, Amnesty International, aktive Unterstützung im US-Wahlkampf sowohl für John Kerry, leider vergeblich, als auch für Obama). Während bei U2 das politische Element bei den Konzerten nach wie vor eine Rolle spielt (etwa durch die Unterstützung für Aung San Suu Kyi aus Burma, eine Referenz an die iranische Opposition während Sunday, Bloody Sunday oder durch eine Video-Ansprache von Bischof Tutu aus Südafrika zum Ende des Konzerts), hat Bruce "politische Anspielungen" bei seinen Konzerten komplett herausgenommen (im Moment gäbe es auch nicht viel zu kritisieren bzw. da es natürlich immer etwas zu kritisieren gibt, würde eine Kritik etwa am Afghanistan Einsatz oder der Bankenkrise etwas deplaziert wirken). Sowohl U2 als auch Bruce haben sich eine treue Fanbasis erarbeitet, die fast alle Altersgruppen umfasst, und die kaum Kosten und Mühen scheuen, um bei den Konzerten dabei zu sein (insgesamt scheinen mir die Bruce-Fans etwas fanatischer zu sein, insbesondere die Italienischen - wer würde schon U2 durch ganz Europa folgen und versuchen bei jedem Konzert in der ersten Reihe zu stehen?). Musikalisch wie inhaltlich unterscheiden sich die Konzerte von Bruce Springsteen und der E-Street-Band und U2 trotz gemeinsamer musikalischer Wurzeln in den frühen 80ern doch relativ stark. Bei U2 dominieren auf einem Konzert die brandaktuellen Stücke und die großen Hymnen wie Pride, Sunday Bloody Sunday und natürlich With or Without you, bei Bruce die "Kracher" aus den späten 70ern und frühen 80ern wie Badlands, The River, Atlantic City, Rosalita, No Surrender, Dancing in the dark und natürlich Born to Run, ergänzt mit den relativ jungen Stücken, etwa aus dem Rising Album. Die topaktuellen Stücke werden gespielt, besitzen aber nicht den Stellenwert wie bei U2 die neuen Stücke aus No Line on the Horizon, die das Publikum fast schon mitsingen kann. U2 hat über die Jahre mit verschiedenen Musikern im Studio zusammengearbeitet, Bruce war musikalischen Einflüssen (etwa aus der Rubrik Blues und Soul), sieht man von der Folk-Legende Pete Seeger ab, weniger offen. Beide Bands könnten locker doppelt und dreimal solange Konzert geben, ohne dass es langweilig werden würde. Während Bruce mit seiner E-Street-Band früher (in den späten 70ern bis Mitte der 80er Jahre) ohne Pause über 4 Stunden durchspielte und dann immer noch 5 Zugaben gab, sind es heute relativ gut getimte 3:13 Minuten (plus minus ein paar Minuten), U2 bringen es auf knapp 2 Stunden, was für die Fans mehr als ausreichend ist. Anders als man es vermuten könnte, sind Bruce Springsteen-Konzerte keine "Greatest Hits"-Konzerte. Viele kommerziell erfolgreiche oder zumindestens (gerade bei weiblichen Fans) bekannte Stücke wie Streets of Philadelphia, Secret Garden und erstaunlicherweise auch Born in the USA (sein größter kommerzieller Erfolg) spielt er überhaupt nicht (von Ausnahmen einmal abgesehen). Den größten Unterschied gibt es bei der Bühnenschau. Während es bei Bruce betont schlicht und bodenständig zugeht (ein paar bunte Lampen gehen im Rythmus der Musik an und aus - dafür ist der HD-Großbildschirm nach wie vor State of the Art, auch wenn er bereits seit der Rising Tour 2003 im Einsatz ist), setzen U2 mit der aktuellen 360 Grad-Tour was die Bühnengigantonomie angeht erneut Maßstäbe, die andere Musiker kaum erreichen werden (oder können oder auch wollen). Es lohnt sich wirklich die Tourfotos anzuschauen, auch wenn diese das Live-Erlebnis nur andeuten können. Bruce tritt mit oder ohne E-Street-Band grundsätzlich ohne Vorgruppe auf (an einem "Wie war die Vorgruppe?" erkennt man zu 100% den Ahnungslosen was Bruce Springsteen angeht), wenngleich er jüngst erstmalig bei verschiedenen Festivals gespielt hat, eine bedenkliche Entwicklung, bei U2 variiert die Vorgruppe je nachdem, was gerade aktuell ist und/oder thematisch zum Konzert passt und man nimmt sie als Konzertbesucher als unvermeidbar in Kauf (absolut "grausam" weil einfach nur laut war die Punk-Vorgruppe auf der Zoo-Tour und der DJ bei der Popmart-Tour, der vor Konzertbeginn elektronische Klangschleifen durch Publikum wabern ließ und am Ende unter Applaus des Publikums samt Mischpult von der Bühne geschoben wurde, war auch nicht gerade ein Genuss), Dafür gibt es bei Bruce deutlich mehr Abwechslung was die Songauswahl angeht. Man weiß bei ihm nie, was einem bezüglich der Setlist bei einem Konzert erwartet, wenngleich es natürlich einen Kernn gibt, der immer dabei ist (auf der aktuellen Tour können die Fans in den ersten Reihen ihre Musikwünsche auf selbst beschriebene Pappkartons, aufblasbare Plastiktorten oder andere mit Filzstift beschreibbare Utensilien beim Boss während des Konzerts "einreichen" - mehr Zuschauerintegration geht nicht). U2 scheint wohl erst auf ihrer aktuellen Tournee den Mittelteil stärker zu variieren. Sowohl Bruce als auch Bono sind hundertprozentige Bühnenpersönlichkeiten mit starkem Charisma, wenngleich Bono der etwas größere "Darsteller" ist. Doch während Bono im Allgemeinen unerreichbar für die Fans über die Bühne fetzt, gibt sich Bruce seit der Magic-Tour extrem publikumsnah und als "Star zum Anfassen" (im wörtlichen Sinne), was nicht nur weibliche Fans an den beiden ins Publikum reichenden Laufstegen während des Konzerts ein paar Mal in Ekstase versetzt. Sowohl bei U2 als auch bei Bruce halten sich die Preis für Konzertkarten noch in halbwegs erschwinglichen Regionen (Innenraum bei U2 70€, bei Bruce ca. 85€ - eine Menge Geld natürlich, doch kein Vergleich zu den "Irrsinnspreisen", die z.B. von Madonna verlangt werden (allerdings sind sowohl U2 als auch Madonna bei Live Nation unter Vertrag). Sowohl U2 als auch Bruce mit seiner Band dürften pro Konzert 1-2 Millionen verdienen (75.000 x 90 = ???) und gehören zu den Einkommensmillionären der Branche. Bruce Springsteen hat mit der E-Street-Band und solo bis heute auf 16 Alben herausgebracht, U2 kommen auf 13. Seit The Joshua Tree kam jedes U2-Album in Deutschland auf Platz 1 der Charts, bei Bruce war dies "nur" bei Born in the USA, The Rising, Devils&Dust (ohne E-Street Band) und dem aktuellen Working on a Dream der Fall, was insofern bemerkenswert ist, da sie sich musikalisch teilweise recht stark unterscheiden. U2 hat die deutlich moderne Website. Bei Bruce (bzw. Sony Music) wirkt alles noch ein wenig hausbacken, aber auch etwas sympathischer. Bruce hat sich (bislang jedenfalls) weder an Apple noch an einen anderen Hauptsponsor "verkauft". U2 ist in dieser Beziehung etwas flexibler, spricht aber auch eine um einige Jahre jüngere Fanbase an. Uff, das war ein längerer Eintrag, der absolut nichts mit Programmierung zu tun hatte (zum Musikjournalisten reicht es sicher noch nicht ganz), den ich aber einmal "los werden" wollte. Einen kleinen "Programmieraufhänger" gibt es aber dennoch zum Schluss. Auf der Basta! im September (mehr dazu in Kürze) werde ich meine Bruce-Konzertdatenbank mit ein paar LINQ-Beispielen vorstellen. Wie wäre es mit einem "From K In Konzerte Where K.Jahr >= 2003 From S in Songs Where S.Titel = "Born in the USA" Select K" oder so ähnllich, um alle Konzerte herauszubekommen, in denen der Top-Hit aus dem Jahr 1984 gespielt wurde?
VS2008ImageLibary.zip ist bekanntlich die "Image Library" von Visual Studio, die eine Vielzahl ganz netter, aber nicht unbedingt ausgefallener Icons für Symbol- und Menüleisten enthält. In meinem Visual Basic 2008-Kompendium erwähne ich sie auf Seite 65, da eine Bitmap aus dem Archiv in dem Beispielprogramm verwendet wird. Leider gibt es VS2008ImageLibary.zip nicht bei Visual Basic 2008 Express Edition (sie sollte sich im Ordner %ProgramFiles%\Microsoft Visual Studio 9.0\Common7 befinden). Ich habe diese "Kleinigkeit" leider übersehen, da ich beim Schreiben des Buches sowohl die Express als auch die Pro Version installiert hatte. Nicht nur für die Leser, die nur über die Express Edition verfügen, ist das ein wenig ärgerlich, zumal es keinen direkten Ersatz gibt. Ich habe mir vor einigen Monaten die wirklich gute Icon-Library Krypton Icon Pack gekauft (89 US$), da ich es leid war, im Internet immer wieder nach denselben Icons zu suchen, die eigentlich bei Visual Studio/Visual Basic fest dabei sein sollten, doch kommt diese Option sicher nicht für jeden in Frage (es gibt natürlich viele andere vergleichbare Icon-Libraries). Auch wenn ich es wirklich schade finde, dass die ImageLibrary bei den Express Editionen nicht dabei ist (gerade "Hobby-Programmierer" haben Zeit und im Allgemeinen auch Spaß daran, sich mit den optischen Details ihrer Anwendungen zu beschäftigen), muss man leider damit leben. Es gibt (mind.) 3 Alternativen: 1) Man besorgt sich VS2008ImageLibary.zip "irgendwo". Diese Variante zähle ich lediglich der Vollständigkeit halber auf und empfehle sie nicht, da es "lizenzrechtlich" nicht ganz sauber sein dürfte. 2) Man installiert die für 90 Tage gültige Testversion von VS 2008 Pro (bei VS 2005 sind sie unter dem Namen VS2005ImageLibrary.zip auch dabei). Bei der Installation kann die Grafikbibliothek explizit ausgewählt werden (die Option sollte gesetzt sein - auch bei dieser Variante sollte man die Lizenzbedingungen lesen). 3) Man begibt sich auf die "Jagd" nach kostenlosen Icons, was viel Ausdauer und sicher auch einen aktuellen Virenscanner und Popup-Blocker erfordert. Auch Microsoft offeriert ein paar kostenlose Icons (als "Dankeschön" für die Registrierung der Express Edition), die aber keinen allzu praxistauglichen Eindruck machen. Das "FreeIcon"-Angebot von FamFamFam macht einen ganz guten Eindruck. Also, mein Wunsch Nr. 1 für die nächste Version von Visual Basic Express sind natürlich eine umfangreiche Icon-Sammlung (neben einem "Ribbon-Designer", den es eventuell geben könnte, da die Multifunktionsleisten praktisch ein fester Teil von Windows 7 sein werden). Sollte jemand eine freie Icon-Library kennen, würde ich mich natürlich über einen Hinweis freuen.
Bei manchen Dingen erwartet man einfach, dass sie funktionieren. Oder andersherum: Wenn sich ein Programm wie der PowerPoint 2007-Viewer unter Windows Server 2008 (das vor ein paar Tagen frisch installiert wurde) nicht starten lässt, ist das ein wenig "seltsam". Nun, es kam vor und zunächst war ich ratlos bis ich in einem Forum die Lösung fand: 1) In %program files%\Microsoft Office\Office 12 einen Unterordner "1033" anlegen (die Zahl steht bekanntlich für LCID für Englisch(USA)) 2) Die Datei Ppvwintl.dll aus dem Unterordner 1031 in den neuen Ordner kopieren (der "Country Code" für Germany). Danach lässt sich der PowerPoint-Viewer starten. Welche dreistelligen Millionenbeträge für den Support Microsoft wohl jedes Jahr durch die Mitwirkung seiner Anwender in den unzähligen Foren einspart? PS: Eine Liste aller "Country Codes" findet man übrigens hier.
(neulich vor dem Apollo Hammersmith in London - Motörhead spielen hier in Kürze auch wieder) Vor kurzem wurde Silverlight 3 von Microsoft offiziell freigegeben und seit kurzem gibt es für VS 2008 SP1 und VS WebDeveloper Express SP1 die Silverlight 3 Tools, die aus Vorlagen, der Silverlight-Runtime und dem Silverlight SDK bestehen. Neben der Möglichkeit gestreamtes HD-Video ruckelfrei und, sofern wie Grafikkarte mitspielt, in voller Bildschirmauflösung darstellen zu können (wer sich davon überzeugen möchte, wie "Web-TV" in naher Zukunft aussehen könnte bzw. im Grunde schon aussieht, muss sich nur die Wimbledon 2009-Übertragungen im Fullscreen-Mode anschauen, die mit einer Kombination aus Silverlight 3-Client und IIS Stream Media Services realisiert wurden - wenn man lang genug durchhält, kann man auch die Kommentare von Boris Becker als Co-Kommentar in erstaunlich gutem Englisch genießen, wenngleich er einmal versehentlich "club" wie "cloub" aussprach, sich aber sofort selber korrigierte;) - Flash kann das im Prinzip auch, aber vermutlich nicht ganz so elegant) wurde vor allem etwas für die Anbindung von Datenbankinhalten über eine recht komfortable Datenbindung, ein leicht verbessertes DataGrid (das eine Gruppierung von Datensätzen bietet) und vor allem das neue DataForm-Control getan. So weit, so schön, doch wer als hoffnungsvoller Entwickler die "Zukunft" des SmartClient selber kennenlernen und seine erste Silverlight 3-Anwendung mit Datenbindung umsetzen möchte, wird vor unerwartete Probleme gestellt und man fragt sich irgendwann, ob es sich wirklich lohnt, dafür seine Zeit zu ver(sch)wenden. Um es kurz zu machen (das Ganze hat mich einen "halben Tag" gekostet), meine Erfahrung in Stichworten: >Fast alle Blog-Einträge, Tutorials, vor allem aber die "How to Videos" von Microsoft, die unmittelbar nach der Mix09 erschienen sind, basieren noch auf der ersten Beta. Im Vergleich zur finalen Version hat sich was die Datenbindung angeht praktisch "alles" geändert, so dass diese Videos und leider auch ein ansonsten sehr gut gemachter Artikel zum Thema DataForm, der vor kurzem im dot.net-Magazin erschien, unter diesem Hintergrund für einen Einsteiger relativ wertlos ist (die Betonung liegt auf relativ). >Die größte Änderung ist, dass das DataForm-Control nicht mehr Teil der Silverlight 3-Runtime ist, sondern in das Silverlight 3 Toolkit ausgelagert wurde, das einen separaten Download darstellt. Auch einige Schnittstellen (etwa IBindable) gibt es nicht mehr, genau wie die Assembly System.ComponentModel.dll, die man in einigen Tutorials erst einmal einbinden soll, die aus der Runtime wieder herausgenommen wurde. >Ich kann mir zwar keinen (vernünftigen) Grund vorstellen, warum ein Unternehmen mit soviel Erfahrung wie Microsoft so viele Änderungen noch in letzter Minute durchführt, aber irgendwelche Gründe wird es sicher geben und es ist auch alles haarklein in einem "Breaking Changes"-Dokument beschrieben, das mit den Silverlight 3 Tools daherkommt (und dass man unbedingt ausführlich lesen sollte). >Sehr viel ärgerlicher ist es, dass das alles anscheinend nur mit einem englischen VS 2008 SP1 funktioniert. Bei einem "deutschen" VS 2008 SP1 lassen sich die Silverlight 3 Tools nicht installieren bzw. es erscheinen keine Projektvorlagen, bei einem "Mix" (erst die deutschsprachige Version, dann die englische Version "drüberinstalliert", so dass man zwischen den Sprachen umschalten kann) funktioniert es nur scheinbar. Die Vorlagen werden angeboten, doch VS 2008 stürzt nach dem zweiten oder dritten Start der Anwendung schneller ab als man "so ein Sch..." aussprechen kann. Es ist richtig, dass in den Installationsvoraussetzungen der Silverlight 3 Tools angegeben wird, dass die VS-Sprachversion "ENU" sein muss, doch a) wer liest das so genau und b) warum muss es überhaupt so sein, zumal die Silverlight 3 Tools keine Beta oder CTP mehr sind, wo man das noch halbwegs nachvollziehen kann (bzw. wo es einfach so ist). Es wird wirklich Zeit, dass Microsoft seine "internationalen Kunden" etwas ernster nimmt und dafür sorgt, dass sich offizielle VS-Erweiterungen unter jeder Landessprache installieren lassen (mag sein, dass es noch kommt, denn neben der Englischen wird auch eine Japanische Version des Toolkits angeboten). Gerade als Buchautor kann und möchte ich mir nicht die englische Version installieren, zumal das Problem zu lösen wirklich nicht so schwer sein kann. Wer diese Hürde erfolgreich genommen hat (bei mir bedeutete es, zuerst VS 2008 DE komplett zu deinstallieren, um danach VS 2008 Pro ENU und danach VS 2008 SP1 ENU zu installieren - was unter Windows Server 2008, das bei mir in der wirklich sehr guten VirtualBox von Sun läuft, erstaunlich schnell ging), läuft alles ohne Probleme. Es ist wirklich beeindruckend, welche Möglichkeiten bei Silverlight 3 z.B. durch das DataForm-Control (das wie erwähnt inzwischen Teil der Silverlight Toolkits ist) zur Verfügung stehen, um "Geschäftsdaten" einzubinden. Richtig interessant wird es im Zusammenspiel mit den neuen .NET RIA Services, die aktuell noch als CTP vorliegen. Die .NET RIA Services verbinden einen (Silverlight-) Client mit einem (ASP.NET-) Backend und generieren Proxy-Klassen, die der Client benutzt, um über Funktionsaufrufe in der Anwendungslogik domainspezifische Operationen für Daten(bank)-abrufe und –Aktualisierungen und andere Service-Operationen durchzuführen und eine Datenbindung nutzen zu können, die nicht jedes Mal erneut implementiert werden müssen. Das erspart einem nicht nur das Hantieren mit WCF-Services oder ADO.NET Data Services, sondern auch das Schreiben des immer wieder gleichen Zugriffs- und Validierungscodes. Wer mehr über den Umgang mit den .NET RIA Services erfahren möchte, sollte das Walkthrough "Creating your first .NET RIA Services Application" durcharbeiten (ein Erfolgserlebnis ist hier praktisch garantiert) und nicht vergessen bei allen anderen Tutorials darauf zu achten, ob sie sich noch auf die Beta beziehen. PS: Wie man die Silverlight 3 Tools eventuell doch auf einem deutschen VS 2008 SP1 installieren könnte, beschreibt ein gewisser Florian Mätschke in seinem Blog (ich habe es nicht probiert und der Hinweis bezieht sich auch noch auf die Beta-Version).
(demnächst nicht mehr sharp genug?) Für eingefleischte VB-Entwickler mag sich der Titel meines Blogeintrags nach einem ähnlichen "Horror" (bezogen auf die filmische Qualität) wie der Kinostreifen "Alien vs Predator" anhören (egal wer gewinnt, wir verlieren), speziell für C#-Entwickler hat ein solcher Vergleich durchaus seinen Reiz, gilt für manche das kommende F# bereits als das künftige C# (wenngleich das mit Sicherheit nicht passieren wird). Ich halte F# für viel zu kompliziert und anspruchsvoll für den Alltagsgebrauch, so dass es maximal für eine kleine Minderheit (Elite) an C#-Entwicklern eine echte Alternative sein dürfte. Das folgende kleine Beispiel habe ich aus einer ganz gut gemachten, wenngleich recht spärlichen Einführung in F# unter http://fsharp.net (es ist erstaunlich schwierig funktionierende und vor allem aussagekräftige Beispiele zu finden) gezogen - es berechnet die Quadratzahlen der Zahlen von 1 bis 10: let Quadrat x = x * x let Zahlen = [1 .. 10] let Quadratwurzeln = List.map Quadrat Zahlen printfn "n^2 = %A"Quadratwurzeln Ein Schleifenbefehl wird nicht benötigt, List.map wendet stattdessen die Funktion Quadrat auf alle Elemente der Liste Zahlen an (eigentlich gar nicht sooo kompliziert). Dass auch C# 3.0 (und VB.NET 9.0) so etwas können, macht das folgende Beispiel deutlich: Func<int, int> Quadrat = x => x * x; var Zahlen = Enumerable.Range(1, 10); var QuadratWurzeln = Zahlen.Select(Quadrat); Console.WriteLine("n^2 = {0}", QuadratWurzeln.Aggregate("", (s, i) => s + " " + i)); Das ist nicht F#, sondern ganz normales C# 3.0 (in VB.NET würde es ähnlich aussehen). Fans funktionaler Ansätze bei der Programmierung müssen also nicht unbedingt auf F# warten. F# spielt seine wahren Vorzüge erst im Zusammenhang mit paralleler Programmierung und asynchroner Vorgänge aus. Themen, die Zukunft sicher deutlich wichtiger werden dürften. Einen ganz guten Überblick über F# gibt ein Wikipedia-Eintrag (Wikipedia hat anscheinend Probleme mit dem #) und ein recht umfangreiches Wiki. PS: In dem obigen Beispiel produziert Enumerable.Range(1,10) eine Collection mit den Zahlen von 1 bis 10. Eine Alternative wäre natürlich ein Array: int[] Zahlen = { 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 }; PSPS: Eine der Köpfe hinter F# bei Microsoft, Don Syme, war übrigens vor ein paar Wochen in München auf dem F# night talk. Für Entwickler, die bereits mit F# arbeiten, war es mit Sicherheit hochinteressant, für meinen Geschmack war es ein "wenig" zu anspruchsvoll (und akademisch trocken). (hier geht's lang zur möglichen Zukunft der Programmiersprachen)
(könnte in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen - .NET unter Linux) Nach meinem "StackOverflow-Moment" gab es vor kurzem einen ebenso erfreulichen "Ubuntu-Moment". Gehört hatte ich natürlich schon eine Menge über diese Linux-Variante und seinen "Erfinder", den südafrikanischen Millionär/Milliardär(?) und Hobby-Astronauten Mark Shuttleworth, aber die Gelegenheit es selber auszuprobieren ergab sich bislang nicht (warum auch? War ich doch mit Windows mehr als zufrieden<Ironie/>). Die Installation könnte einfacher nicht sein. Im Virtual PC hat es leider nicht geklappt, trotz "Reparaturhinweisen" in verschiedenen Blogs erschien nach der Auswahl der ISO-Datei, die ich von der Ubuntu-Webseite heruntergeladen hatte, ein Haufen (mir) unverständlicher (Fehler-) Meldungen. Mit der VirtualBox (einem freien Download von Sun, den ich bislang ebenfalls nur namentlich kannte) hat es auf Anhieb funktioniert. Die Installation dauerte wenige Minuten und erforderte lediglich das Anlegen bzw. die Auswahl eines Benutzerkontos. Kurz danach boote der Ubuntu-Desktop auf meinem Windows XP-Desktop in einem Fenster, der optisch durchaus ansprechend wirkt (und bezüglich des Motivs ein wenig an Windows 7 erinnert;). Die Netzwerkverbindung hat auf Anhieb funktioniert, sowohl ins Internet als auch ins lokale Netzwerk, was zumindest bei mir beim Virtual PC bislang eher die Ausnahme als die Regel war). Klar, dass ich natürlich zuerst die neuste Mono-Version (2.4) installiert habe, was ebenfalls eine Angelegenheit von wenigen Minuten war. Dank MonoDevelop, das sich in der Version 2.x enorm verbessert hat, gibt es (endlich) eine IDE, die der von SharpDevelop recht nahe kommt, und mit der man bereits erstaunlich komfortabel arbeiten kann (theoretisch gibt es auch einen VB.NET-Compiler, aber bei Mono ist natürlich C# die Sprache). Als ein paar Minuten später das Game of Life (eines meiner Lieblings "Hallo, Welt"-Programme) in einem Gtk#-Fenster lief war ich positiv beeindruckt (und richtig happy - ein Gefühl, das ich bei Windows länger nicht mehr erlebt hatte). Mein erster Ausflug in die Open Source-Welt hat damit überaus vielversprechend begonnen.
(der Boss demnächst wieder in Deutschland) Manche Dinge sind so gut, dass man sie erst persönlich erlebt haben muss, um von einem Skeptiker zu einem überzeugten Anhänger zu werden (ein Bruce Springsteen-Konzert ist für einen solchen Moment immer noch sehr gut geeignet – ich bin sehr gespannt wie die Konzerte in München und Frankfurt werden – der Boss mit der E-Street Band am 3. Juli 2009 im Frankfurter Waldstadion weckt natürlich angenehme Erinnerungen an die legendäre BITSUSA-Tour –für Nicht-Insider – damit ist die Born in the USA –Tour, in diesem Fall aus dem Jahr 1985, gemeint - da dies noch Vor-Internet-Zeit war gibt es leider keine Konzertmitschnitte auf YouTube, was wahrscheinlich auch besser ist - dafür gab es damals die legendären Bootlegger und folglich gäbe es das Konzert rein theoretisch auf CD - alleine der Blick auf die Setlist ist die Suche wert, das Konzert dauerte über 3 Stunden, was für den Boss damals ein eher durchschnittlicher Wert war). Mir ging es vor kurzem so mit StackOverflow, einer Site, über die ich beim Googlen in den letzten Monaten natürlich immer wieder „gestolpert“ war, die mir bis dahin aber lediglich aufgrund ihrer etwas andersartigen Optik aufgefallen war (und die ich am Anfang aus welchen Gründen auch immer mit dem „Out of Coffee Exception“-Blog von Mathias Raake „verwechselt“ hatte). Nun, StackOverflow ist wirklich genial. Nachdem ich vor ein paar Tagen mit einem selbst gebauten Expression-Ausdruck nicht weiter kam beschloss ich es selber einmal zu probieren und stellt das Codeschnipsel, das nicht funktionieren wollte, online (natürlich hübsch formatiert, was sehr einfach ging). Ich hatte damit gerechnet, eventuell in ein paar Tagen eine Antwort zu erhalten, so wie es in vielen Newsgroups üblich, umso erfreuter war ich, dass ich praktisch unmittelbar eine Antwort erhielt mit einem Hinweis, der das kleine Problem löste (die Ursache war eine Art Flüchtigkeitsfehler, aber immerhin). Das Schöne an StackOverflow ist nicht nur die enorme Informationsdichte, das hohe fachliche Niveau (kein Problem erscheint zu speziell, um nicht in diesem Rahmen diskutiert werden zu können) und die moderne Optik, sondern auch der angenehme weil sachlich kurze Umgangston. Auch dass viele Teilnehmer mit Bild vertreten sind, dass keine Registrierung erforderlich ist (anmelden und identifizieren kann man sich u.a. mit seiner Google-ID), und dass es eine für alle Programmierthemen offene Plattform ist, machen StackOverflow sehr sympathisch. StackOverflow, das von einer kleinen Gruppe von Leuten anscheinend als eine Art Hobbyprojekt betrieben wird (einer der Gründer, Jarrod Dixon, war auf der letzten Mix-Konferenz beim Panel-Talk im Anschluss an die Developer Keynote anwesend und ging kurz auf die Entstehung von StackOverflow ein) ist auf eine gewisse Weise die Zukunft der technischen Newsgroups, die heute schon etwas ausgedünnt erscheinen und vielleicht auch der MSDN-Foren, die auf mich inzwischen relativ behäbig und vor allem schwer zugänglich wirken. Ich hoffe, dass der StackOverflow-Effekt noch lange anhält.
(StarTrek-Generations auf der Bühne - von links: Richard Arnold, Nana Visitor, Nichelle Nichols, Connor Trinneer, John Billingsley und Robert Picardo) Dieser Blog-Eintrag (nach länger Zeit der Abstinenz) hat zu mindestens indirekt etwas mit Programmierung zu tun, denn bekanntlich sind die meisten Entwickler mehr oder weniger StarTrek "afin" (wenn man sich permanent mit Themen beschäftigt, die erst in der Zukunft eine Rolle spielen, bleibt das nicht aus). Am letzten Sonntag war ich wieder einmal auf der StarTrek FedCon, inzwischen der 17ten (eine fiel offenbar aus demselben Grund aus, weswegen der Nachfolger von Office 2003 "Office 14" heißt bzw. hieß), die sich nach wie vor (oder inzwischen wieder?) einer recht großen Beliebtheit erfreut (immerhin kamen laut Veranstalter Teilnehmer aus 31 Ländern - davon kann eine Entwicklerkonferenz inklusive der "Branchenriesen" wie PDC, Apple WDC, SAPhire oder JavaOne, nur träumen). Weder der Veranstaltungsort (Bonn) noch das Veranstaltungshotel (Maritim) gehören zu meinen Lieblingsorten/Hotels, doch wer seit Mai 1972 treuer StarTrek-Fan ist, den kann das natürlich nicht abschrecken. Inzwischen geht es auf einer FedCon längst nicht mehr um das StarTrek-Universum alleine, StarGate, Babylon 5 und vor allem Battlestar Galactica wurden gleichberechtigt in das Programm aufgenommen und sogar die Storm Troopers 501st Legion aus dem StarWars-Universum, zu dem es normalerweise erstaunlich wenige bis gar keine Anknüpfungspunkte mit dem StarTrek-Pendant gibt, waren vertreten (der Trend zu den inhaltlich fragwürdigen Fantasyreihen á la Buffy ist anscheinend wieder vorbei, wobei man an den zahlreichen Merchandising-Ständen natürlich alles kaufen kann was auch nur halbwegs in das Genre passt). Der Reiz einer FedCon besteht darin, die Seriendarsteller aus nächster Nähe erleben zu können. Auf einem sog. Panel präsentieren sie sich ca. 1 Stunde den Fans und beantworten auf der Bühne Fragen, die ihnen von den Teilnehmern gestellt werden (geht man von den Detail- und Englischkenntnissen vieler Fragesteller aus könnte man den Eindruck gewinnen, dass der bzw. sehr oft auch die Fragestellerin gerade ihre Dissertation über den Schauspieler bzw. die Serie abgeschlossen hat, aber es dürften in erster Linie die Mitglieder diverser Fanclubs sein). Die ganze FedCon ist in ein ausgeklügeltes System an "Berechtigungsstufen" unterteilt - abhängig davon, wieviel Geld man bereit ist auszugeben. Von der einfachen Tageskarte für 40€ bis zum Gold-Ticket, das nicht nur den Eintritt für alle drei Tage, sondern auch garantierte Sitzplätze in den vorderen Reihen und sämtliche Autogrammkarten umfasst, für stolze 499€ (!) reicht das Spektrum. Wer was darf entscheiden die Farbe des Armbändchens sowie ein entsprechender Stempel auf dem Eintrittskärtchen. Da ich erst gegen 13 Uhr eintraf, konnte ich zwar ein Halbtagsticket für 20€ erstehen, erhielt mit dem grauen Bändchen aber auch das "Least Privileged Security Tocken" - und das bedeutet konkret, Sitzplatz auf der Empore (und nicht unten im Saal), kein T-Shirt, keine (kostenlose) Verpflegung und natürlich keine Autogrammkarte. Dass diese so wichtig ist liegt daran, dass die anwesenden Stars ihre Autogramme nur gegen Gutschein vergeben, den man zuvor erwerben muss. Der Preis für einen Gutschein richtet sich nach der "Beliebtheit" des Schauspielers und anderer Faktoren, die nicht öffentlich dokumentiert sind - für einen "unbekannten" Darsteller (jeder im StarTrek-Universum hat natürlich seine Fans) sind es 10€, für einen "Main Character" (etwa Nana Visitor bekannt aus DS9) 15€ und der Topstar (dieses Mal war es Edward James Olmos alias Commander Adama aus Battlestar Galactica alias Lt. Martin Castillo aus "der" 80er Jahre Kultserie Miami Vice) kostete stolze 40€. Für drei bis vier Autogramme (die optionalen Fotos, auf denen der Star dann eventuell ein "For Peter" setzt, kosten noch einmal ein paar Euro extra) gehen schon einmal 100€ drauf (generell scheint die Krise in diesem Sektor des Universums noch nicht angekommen zu sein, geht man nach den Besucherzahlen der FedCon und der Kauffreudigkeit der Teilnehmer). Dies sind natürlich die auf solchen "Fan-Conventions" obligatorischen und nicht zu vermeidenden Rahmenbedingungen, auf wenn sie zunächst etwas befremdlich erscheinen mögen, an denen sich scheinbar auch niemand groß stört. Die Gelegenheit, jene Schauspieler, die man seit Jahren, eventuell Jahrzehnten, aus dem Fernsehen kennt einmal live erleben zu können und das begehrte Autogramm mit Widmung erhalten zu können wiegt das "Pay per Autogramm"-Prinzip für die meisten Teilnehmer auf und bedeutet für den Schauspieler eine attraktive Einnahmequelle weit über das Serienende hinaus (mir waren die 40€ für das Autogramm von Edward James Olmos, der Almosen sicher noch nicht nötig haben dürfte, allerdings deutlich überteuert). Das absolute Highlight am Sonntagnachmittag war natürlich der Auftritt von Nichelle Nichols, alias Lt. Uhura, die sich nicht nur optisch in ähnlich bestechender Form präsentiert wie Tina Turner, und der man in keiner Sekunde anmerkt, dass sie den weiten Weg aus den USA eventuell nur aufgrund der Gage angetreten haben könnte. Auch wenn sie im Panel zusammen mit anderen Schauspielern der verschiedenen Star Trek-Epochen auf der Bühne stand (lediglich von den TNG-Schauspielern war leider niemand dabei) stand sie eindeutig im Mittelpunkt. Sie berichtete unter anderem wie sie zur Serie kam, von den schwierigen Anfängen (ihren Worten zufolge hat der Sender NBC die Serie von Anfang an "gehasst" und es war nur dem organisierten Druck der Zuschauer zu verdanken, dass sie nach der ersten Staffel nicht wieder eingestellt wurde). Sie wies (zurecht) darauf hin, wie positiv StarTrek und die Vision des Serienschöpfers Gene Roddenberry einer Welt, in der Kriege überwunden sind, die Rasse eines Menschen keine Rolle spielt (eine für die damalige Zeit gewagte und für das amerikanische Fernsehen sicher auch provokante Vision), die Entwicklung der Menschheit beeinflusst hat, und welches Geschenk es für sie war, an der Serie mitwirken zu dürfen und, z.B. als Botschafterin für die NASA, immer noch ein Teil der Bewegung zu sein (die Frage eines Zuschauers, warum in einer angeblich so friedvollen und zivilisierten Organisation wie der Sternenflotte militärische Ränge dominieren und die einzigen, die wirklich Entscheidungen treffen, "Militärs" seien, entgegnete sie, dass dies kein Widerspruch zur Vision sei und sich Gene Roddenberry damals lediglich der in der Marine üblichen Terminologie bedient habe, da die Enterprise nun einmal ein Schiff sei, und dass später von Paramount der "militärische" Aspekt stärker in den Vordergrund gerückt wurde - sie wies damit auch Richard Arnold (TNG-Consultant und angeblich lebende StarTrek-Enzyklopädie) sehr deutlich zurecht, der diesen puristischen Ansatz des verstorbenen StarTrek-Schöpfers indirekt ein wenig in Frage stellte). Überaus humorvoll war ihre Schilderung des ersten "inter racial kisses" im öffentlichen Fernsehen zwischen ihr und Captain Kirk, der damals in den USA im Jahre 1968 natürlich für Furore sorgte. Danach wollten die "Studiobosse" auch eine Variante der Szene ohne den Kuss, um später eventuell diese Szene verwenden zu können, doch als nach "mehren Dutzend" Kussszenen, die William Shatner anscheinend alle nicht intensiv genug waren, am Ende nur noch Zeit für eine Szene ohne Kuss blieb blinzelte Shatner im entscheidenden Augenblick in die Kamera, so dass die Einstellung unbrauchbar war und die Kussszene ausgetrahlt werden musste. Klar, dass sie am Ende mit Standing Ovations verabschiedet wurde. Auch das Panel mit Michael Hogan (Saul Tigh) und Edward James Olmos aus Battlestar Galactica (die verschiedenen BSG-Schauspieler vermieden Referenzen auf die 4te Staffel, die bei uns anscheinend noch nicht ausgestrahlt wurde) war die Reise wert, doch es würde ein wenig zu weit führen auch darüber noch zu berichten, zumal die meisten Fragen und ihre Antworten recht speziell waren (witzig war die Antwort von Olmos auf die Frage, warum er denn bei Miami Vice nur einen "Schreibtischjob" hatte während Crockett und Tubbs regelmäßig ihren Ferrari zu Schrott fahren durften - er antwortete, dass er selber alle Freiheiten gehabt hatte die Rolle zu gestalten und freiwillig auf die Action verzichtete). Interessant war auch der Hinweis, wie Ideen und Kommentare aus Blogs und Diskussionsforen zur Battlestar-Serie von den Drehbuchschreibern aufgegriffen werden (etwa zu brisanten Themen wie Folter, das bei den späteren Folgen ein zentrales Thema ist) und wie dadurch die Serie immer besser und inhaltlich intensiver wurde (ein absolutes Highlight muss der 3 Stunden dauernde Abschluss der 4ten und offenbar letzten Staffel sein). Alleine diese beiden Panels waren den Besuch am Sonntagnachmittag wert. Auch wenn das StarTrek-Merchandising-Universum offenbar nach wie vor stetig expandiert, der kommerzielle Aspekt bei dem Ganzen ein wenig zu sehr im Mittelpunkt steht, die überwiegende Zahl der Teilnehmer noch erstaunlich jung sind (klar, ab einem gewissen Alter und ab Erreichen einer gewissen intellektuellen Reife steht man natürlich über diesen Dingen) und man bei manchen der Fans das Gefühl nicht los wird, dass sie außerhalb ihrer "Sphäre" Menschen ohne ausgeprägte soziale Kontakte sein dürften, hat es Spaß gemacht, ein paar der "Helden" von früher wieder einmal live erleben zu können.
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